Annähernd 800 Anwohner unterstützten mit Ihrer Unterschrift die Petition zur Verbesserung des Hochwasserschutzes am Lockwitzbach, die der Heimatverein Niedersedlitz im März dieses Jahres dem Landtag übergeben hatte. Anwohner des Lockwitzbaches hatten Ende letzten Jahres während einer Bürgerversammlung zum Thema Hochwasserschutz ihre Unzufriedenheit mit den durchgeführten Maßnahmen im letzten Jahrzehnt seit dem Jahrhunderthochwasser 2002 zum Ausdruck gebracht. Die Landestalsperrenverwaltung als zuständige Behörde weigerte sich, den Bürgern in dieser Versammlung direkt gegenüber zu treten, sich deren Fragen und Nöte zu stellen und Rechenschaft über die bisher durchführten Maßnahmen abzulegen. Daraufhin griff der Heimatverein die Anregung auf und organisierte Anfang dieses Jahres eine Petition an den sächsischen Landtag.
Kurz vor der anstehenden Landtagswahl hat der Heimatverein nun eine Antwort erhalten. Der Petition kann nicht abgeholfen werden, wird der Beschluss kurz und knackig im feinsten Amtsdeutsch mitgeteilt – was nichts anderes heißt, als dass das Begehren von 800 – von den Hochwassern der letzten Jahre geplagten Bürgern ohne Wenn und Aber abgelehnt wird.
Angehängt an den Beschluss sind 5 Seiten, auf denen ausführlich erläutert wird, wie „die Landestalsperrenverwaltung insbesondere nach dem Hochwasser im Jahre 2002 an der Lockwitz umfangreich tätig geworden" sei, „um einen angemessenen öffentlichen Hochwasserschutz zu gewährleisten." Man lobt sich, indem festgestellt wird „die notwendigen wasserbaulichen Maßnahmen an der Lockwitz sind weit fortgeschritten ..." und schiebt Verantwortung mit der Bemerkung von sich, dass „nicht alle erforderlichen Maßnahmen in der Zuständigkeit des Freistaates Sachsen (liegen)." Weiterhin werden weit und breit Maßnahmen aufgelistet, die die LTV im letzten Jahrzehnt zur Verbesserung des Hochwasserschutzes am Lockwitzbach veranlasst. Diese – weitestgehend schon durch diverse Presseveröffentlichung bekannten Aktionen – umfassen im wesentlichem punktuelle Aufweitungen und Beräumungen des Bachbettes. Letztlich kann man sich nicht verkneifen, auf die Pflicht zur Eigenvorsorge der Anwohner zu verweisen.
Wer den gesamten Wortlaut zur Begründung der Ablehnung nachlesen möchte, findet hier das komplette Schreiben zur Antwort des sächsischen Landtages.