Traditionell veranstaltet der Dresdner Geschichtsverein Anfang jeden Jahres im Stadtmuseum ein Kolloquium Dresdner Stadtteilgeschichte. Die mittlerweile bereits 19. Veranstaltung steht in diesem Jahr unter dem Motto „In Bewegung – Verkehr in den Stadtteilen. Vom Marktweg zum städtischen Nah- und Fernverkehr".
Rainer Nitzsche vom Heimatverein Niedersedlitz informiert im Rahmen dieser Veranstaltung über die rasante Entwicklung von Niedersedlitz zum Verkehrsknotenpunkt zwischen Fern- und Nahverkehr Anfang des 20. Jahrhunderts. Nach der Eröffnung der Ferneisenbahn nach Pirna und Bodenbach siedelten sich rasch zahlreiche Industriebetriebe in Niedersedlitz an. Um den wachsenden Bedarf an Güterverkehr gerecht zu werden, wurde schon frühzeitig ein Güterverkehrsbahnhof gebaut, der alsbald nicht mehr ausreichte und von einem größeren Neubau abgelöst wurde. Der zunehmende Personenverkehr führte dazu, dass die anfängliche untergeordnete Haltestelle Niedersedlitz rasch zu einem vollwertigen Bahnhof aufgewertet wurde. Infolge der industriellen Entwicklung strömten täglich um die 4000 Arbeiter aus den umliegenden Ortschaften in die Betriebe nach Niedersedlitz. Der Industrielle O.L. Kummer baute deshalb eine Straßenbahn die Niedersedlitz mit Leuben und Laubegast, sowie mit Zschachwitz verband. Außerdem wurde eine Straßenbahn gebaut, die durch das Lockwitztal nach Kreischa fuhr. Der Vortrag beginnt gegen 13.30 Uhr.
Das 19. Kolloquium Dresdner Stadtteilgeschichte findet am 25. Januar von 10 bis 16 Uhr im Festsaal des Dresdner Stadtmuseums statt. Neben dem Bericht aus Niedersedlitz erfahren die Besucher weitere interessante Einblicke in die historische Verkehrsentwicklung in anderen Dresdner Stadtteilen von dortigen Freizeithistorikern.