Die Nacksche, die in Veröffentlichungen immer wieder auch als Plastik „Knieender Frauenakt“ erwähnt wird, wurde ursprünglich als „Blumenpflückerin“ bezeichnet. Das belegen kürzlich im Stadtarchiv gefundene Unterlagen. Im September 1937 bestellte der damalige Bürgermeister der Gemeinde Niedersedlitz die Plastik „Blumenpflückerin“ bei Prof. Pörtzel zum Preis von 550 RM – was heute ca. 2350 EUR entspricht. Damit die Nacksche in diesem Jahr wieder in Niedersedlitz aufgestellt werden kann, musste der Heimatverein abermals 5000 EUR an die Stadt Dresden zahlen. Mit Hilfe zahlreicher Spenden gelang es diese Summe aufzubringen.
Insgesamt veranschlagte die Gemeinde damals 8000 RM für die Neuanlage und Gestaltung der Parkanlage am Lockwitzbach. Im April 1938 wurde die überlebensgroße Plastik aus Kunstmuschelkalkstein von Otto Pörtzel dann geliefert und im Park aufgestellt. Im Volksmund hatte sie schnell den Beinamen „Nacksche“, obwohl die unlängst durchgeführten Reinigungsarbeiten gezeigt haben – ganz nackt ist sie wohl nicht. Ein leichter Stoff legt sich in Falten über ihren Unterkörper und eine Perlenkette schlängelt sich von der linken Hand bis zum Fuß. Entdeckt worden sind auch historische Bepflanzungspläne für das Rundbeet, in dessen Mitte die Nacksche thronte. Das Grünflächenamt will zukünftig darauf zurückgreifen, um nach der Wiederanlage des Rondells die historische Rekonstruktion zu vollenden. Inzwischen hat der neue alte Standplatz der Nackschen eine erste Blumenbepflanzung erhalten und so ist alles vorbereitet, damit sich die blumenpflückende Nacksche in Niedersedlitz wieder heimisch fühlen kann. Am 2. Juni werden die Niedersedlitzer sie während einer feierlichen Begrüßungsveranstaltung wieder in ihrer Mitte willkommen heißen können.